Mieterselbstauskunft ausfüllen: Anleitung, Pflichtangaben & häufige Fehler
Die Mieterselbstauskunft ist in Deutschland de facto obligatorisch. Hier erfahren Sie, welche Fragen Sie wahrheitsgemäß beantworten müssen und wo Sie das Recht zur Lüge haben.
Wichtige Grundregel
Wahrheitspflicht gilt nur bei zulässigen Fragen. Bei unzulässigen Fragen (z.B. Familienplanung, Religion) dürfen Sie zum Selbstschutz lügen, ohne rechtliche Konsequenzen zu fürchten.
Pflichtangaben (Wahrheitspflicht)
Diese Angaben müssen Sie wahrheitsgemäß machen. Falschangaben berechtigen den Vermieter zur Anfechtung und fristlosen Kündigung.
Name, Vorname, Geburtsdatum
PflichtGrundlegende Identifikationsdaten sind für den Mietvertrag erforderlich.
Aktuelle Adresse
PflichtFür die Korrespondenz und als Referenz zum Vorvermieter.
Beruf / Arbeitgeber
PflichtRelevant für die Einschätzung der Zahlungsfähigkeit.
Monatliches Nettoeinkommen
PflichtZentrale Bonitätsfrage – der Vermieter muss wissen, ob Sie die Miete zahlen können.
Anzahl der einziehenden Personen
PflichtWichtig für die Einschätzung der Wohnungsnutzung und Personenzahl.
Insolvenzverfahren / Eidesstattliche Versicherung
PflichtAuch ungefragt offenbarungspflichtig! Wesentlich für den Zugriff auf Ihr Vermögen.
Mietschulden beim Vorvermieter
PflichtDirekt bonitätsrelevant und muss wahrheitsgemäß beantwortet werden.
Grenzfälle (Situationsabhängig)
Familienstand
GrenzfallBei Einzug mehrerer Personen relevant für die Haushaltsbildung. Bei Einzelpersonen oft verzichtbar.
Haustiere
GrenzfallKleintiere (Hamster, Fische) müssen nicht angegeben werden. Bei Hunden/Katzen besteht oft Informationspflicht.
Unzulässige Fragen (Recht zur Lüge)
Bei diesen Fragen dürfen Sie lügen, ohne rechtliche Konsequenzen zu fürchten. Eine Kündigung aufgrund falscher Angaben wäre unwirksam.
Raucher / Nichtraucher
UnzulässigRauchen in der Wohnung ist vertragsgemäßer Gebrauch – die Frage ist unzulässig.
Schwangerschaft / Kinderwunsch
UnzulässigDiskriminierung nach AGG. Verstoß gegen Persönlichkeitsrecht.
Religion / Nationalität
UnzulässigDiskriminierung nach AGG. Absolut unzulässige Fragen.
Parteizugehörigkeit / Politische Ansichten
UnzulässigGehört zur privaten Lebensführung und ist unzulässig.
Vorstrafen (allgemein)
UnzulässigNur bei mietrechtlich relevanten Vorstrafen (z.B. Brandstiftung) zulässig.
Die 5 häufigsten Fehler
Unvollständige Angaben
Leere Felder bei Pflichtangaben wirken wie etwas zu verbergen.
→ Lösung: Füllen Sie alle Pflichtfelder vollständig aus. Bei optionalen Feldern: Keine Angabe ist akzeptabel.
Falsches Einkommen angeben
Übertreibungen beim Gehalt können später durch Nachweise auffliegen.
→ Lösung: Geben Sie das tatsächliche Nettoeinkommen an – es wird durch Gehaltsabrechnungen verifiziert.
Insolvenz verschweigen
Ein laufendes Insolvenzverfahren muss auch ungefragt offenbart werden.
→ Lösung: Seien Sie ehrlich. Ein Verfahren disqualifiziert Sie nicht automatisch – Verschweigen aber schon.
Selbstgestrickte Vorlage nutzen
Excel-Tabellen oder Word-Dokumente wirken unprofessionell.
→ Lösung: Nutzen Sie etablierte Vorlagen – oder unser kostenloses Formular.
Alte SCHUFA-Auskunft beilegen
Eine veraltete Bonitätsauskunft (älter als 6-8 Wochen) wird oft abgelehnt.
→ Lösung: Fordern Sie eine aktuelle Auskunft an und legen Sie diese bei.
Zusammenfassung
- Pflichtangaben: Wahrheitsgemäß ausfüllen – Falschangaben führen zur Kündigung.
- Unzulässige Fragen: Recht zur Lüge ohne Konsequenzen.
- Vollständigkeit: Alle Pflichtfelder ausfüllen, professionelle Vorlage nutzen.
Jetzt Mieterselbstauskunft erstellen
Nutzen Sie unser kostenloses Formular – alle zulässigen Felder, professionelles Design, DSGVO-konform.